Heute zeigen wir Ihnen das Projekt von Rima Tayyem, Bachelor-Absolventin der Hochschule Bochum.
Infos zum Projekt:
Der Entwurf des Museums entwickelt sich aus zwei prägenden Eigenschaften Panamas: dem starken Kontrast zwischen niedriger Bestandsbebauung und der modernen Skyline sowie den intensiven, regelmäßig auftretenden Regenfällen.
Die Gebäudeform vermittelt zwischen den zwei Extremen der Stadt und reagiert gleichzeitig auf die klimatischen Bedingungen. Durch die Absenkung des Baukörpers entsteht ein belichtetes Untergeschoss mit Terrassen und einem Wasserbecken. Regenwasser wird gezielt über die geneigten Dachflächen in das Becken geleitet, dort gesammelt und anschließend als Grauwasser im Gebäude wiederverwendet. So wird der Regen nicht als Problem verstanden, sondern als identitätsstiftendes Gestaltungselement und nachhaltige Ressource inszeniert.
Der Innenraum aller Geschosse folgt einer klaren Schachteltypologie mit einer logisch aufgebauten Erschließung. Alle Funktionen ordnen sich um einen zentralen Kern, wodurch eine klare Orientierung und flexible Ausstellungsflächen entstehen. Durch gezielte Unterbrechungen des Kerns entsteht ein zusammenhängender Rundgang, der die Besucher intuitiv durch die Ausstellung führt und abwechslungsreiche Raumsequenzen schafft. Terrassen in den Ausstellungsbereichen schaffen einen direkten Bezug zum Meer.
Der Schnitt verdeutlicht dieses Prinzip: Die geneigte Gebäudeform integriert die Treppe als prägendes Gestaltungselement, das die Erschließung zu einem räumlichen Erlebnis macht. Ein längliches Dachfenster im Bereich der Treppen setzt Tageslicht und Regen gezielt in Szene und begleitet den Weg durch das Gebäude. Ab dem dritten Obergeschoss geht die massive Treppe in eine freistehende Treppe über, wodurch die räumliche Dramaturgie zusätzlich verstärkt wird.
Die Travertinfassade nimmt die historische Kolonialarchitektur Panamas auf und verbindet sie mit einer zeitgemäßen Architektursprache.