Heute zeigen wir Ihnen das Projekt von Sarah Klinke, Bachelor-Absolventin der Hochschule Bochum.
Infos zum Projekt:
Städtebauliches Konzept: Das Projekt „Una di tre“ vervollständigt das Insel-Duo vor der Küste Neapels zu einem künstlichen Archipel. Als „dritte Insel“ führt der Entwurf eine bestehende Landzunge städtebaulich fort und vermittelt in der Höhe zwischen der massiven Steilküste und den flacheren Bestandsinseln. Während die äußere Form wie ein schroffer, introvertierter Fels aus dem Meer ragt, bricht das Gebäude nach Norden und Südwesten auf: Weitläufige Treppenanlagen fungieren als künstliches Ufer und bieten einen direkten Zugang zum Unterwasserpark.
Raumorganisation und Erschließung: Das polygonale Gebäude umschließt einen zentralen Innenhof, der als geschützter Hafen dient und die Erschließung per Boot ermöglicht. Dieser Hafen teilt den Entwurf funktional in zwei Stränge: den breiten Museumstrakt im Norden und die schmalere Forschungs- und Teameinheit im Süden. Zwei Treppenhäuser an den Knickpunkten des Polygons bilden die vertikalen Gelenke. Sie ermöglichen ein Split-Level-System, das die hohen Ausstellungsräume (2 Etagen) und die kompakteren Forschungsräume inklusive Rooftop-Bar (3 Etagen) auf gleicher Gesamthöhe vereint. Visueller Ankerpunkt ist das „Blue Theatre“ – eine monumentale Kugel, die fest im Gebäude verankert ist. Sie durchstößt die Bodenebene, ist im Erdgeschoss begehbar und ragt bis in das Untergeschoss hinein, wo sie als Projektionsfläche dient.
Konstruktion und Energieautarkie: Das Bauwerk basiert auf einem schwimmenden Betonponton, dessen Hohlkammern für Auftrieb und Trimmung sorgen. Darauf ruht ein Holzständerwerk, ergänzt durch Stahlfachwerkträger für die großen Spannweiten im Museumsdach. Die kupferfarbene Aluminium-Lochblechfassade dient als passiver Sonnenschutz und minimiert den Wärmeeintrag. Das Energiekonzept wird durch eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit dem Meerwasser als Wärmetauscher sowie Photovoltaik auf dem Norddach vervollständigt. Zudem dient der Betonponton als künstliches Riff zur Förderung der marinen Biodiversität.
„Una di tre“ übersetzt die raue Identität der Küste von La Gaiola in eine präzise architektonische Geste. Durch die Symbiose aus monolithischer Hülle, technischer Autarkie und hybrider Nutzung entsteht ein Ort, der die Grenzen zwischen Land und Meer, Forschung und öffentlichem Erleben fließend aufhebt.