Heute zeigen wir Ihnen das Projekt von Lisa Sobiech, Bachelor-Absolventin der Hochschule Bochum.
Infos zum Projekt:
Das Projekt „Mare Nostrum – Museum im Container“ ist ein Museum für Unterwasserarchäologie vor Neapel. Es reagiert auf den Wettbewerb „Floating Museum“, der nach einem kulturellen Ort auf dem Wasser sucht, der Kunst, Forschung und Umweltbewusstsein verbindet.
Der Entwurf positioniert sich vor La Gaiola, einem archäologisch bedeutenden Unterwasserpark mit römischen Ruinen und direktem Bezug zur Villenanlage Pausilypon. Die Wahl von ISO-Containern knüpft an die Hafenlogistik Neapels an und nutzt deren standardisierte Maße für ein modulares, vorgefertigtes Tragwerk. Die Container werden in ein Raster aus Stahlträgern und -stützen eingehängt, über lösbare Schraubverbindungen und Kopfplatten gefügt und sind demontier- bzw. weiterverwendbar.
Die Programmorganisation folgt einer klaren vertikalen Schichtung:
- Im doppelgeschossigen Erdgeschoss liegen Ankunft, Erschließung, Tauch- und Logistikeinheiten. Hängende, bodenlose Container dienen als Lager für Rettungsboote und sind Teil des räumlichen Konzepts.
- Im 1. Obergeschoss befindet sich die Forschungsebene mit Laboren, Monitoring- und Werkstattbereichen. Der Besucherfluss ist so geführt, dass Forschung sichtbar bleibt, ohne Arbeitsabläufe zu stören.
- Das 2. und 3. Obergeschoss bilden den Ausstellungskern mit Dauerausstellung, Wechselausstellung, Lern- und Medienbereichen. Container strukturieren hier die Raumfolgen, zonieren Blickbezüge und fungieren zugleich als Ausstellungs- und Projektionsflächen. Ein Zylinderraum ermöglicht einen 270°-digitalen „Tauchgang“.
- Das 4. Obergeschoss schließt mit Café, Teamflächen und umlaufender Terrasse ab, mit Ausblicken auf Bucht, Inseln und Stadt.
Das technische Konzept kombiniert Pfahlgründungen im Meeresboden mit einem modularen Stahltragwerk, das die Container aufnimmt und durch standardisierte Knotenpunkte verbunden ist. Die Container selbst werden über elastische Lager von den Traggliedern entkoppelt, um Schallübertragungen zu reduzieren und gleichzeitig barrierefreie Übergänge zu ermöglichen. Klimatisch setzt der Entwurf auf passive Strategien: adiabate Kühlung durch das Meerwasser und natürliche Luftströmungen über den zentralen Erschließungskern im Sommer sowie solare Gewinne und Infrarotheizungen über Arbeitsplätzen im Winter , unterstützt durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.